SVW Soest verspricht Gegnern in der Westfalenliga einen heißen Tanz

Der Wind fegte den Protagonisten kräftig um die Ohren beim Training im Jahnstadion. Es war aber keinesfalls Gegenwind, den die Fußballer des SV Westfalia Soest zu spüren bekamen. Vielmehr war es Rückenwind, der die Bördestädter vor dem Start in die Punktspiele 2024 zu neuen Höhenflügen tragen soll. Wobei Trainer Dustin Hamel sogleich auf die Euphoriebremse tritt. Von einem weiteren Durchmarsch des SVW will der Trainer nichts hören. Aus der guten Platzierung zum Jahreswechsel leitet der Coach keine Ansprüche auf den Platz an der Sonne ab. „Wir wollen den Konkurrenten weiter auf den Keks gehen“, verspricht er aber den Gegnern in der Westfalenliga einen heißen Tanz. Los geht es mit dem Gastspiel beim Lüner SV am Sonntag, 18. Februar. 

Als Tabellendritter nehmen die Soester Kicker die Punktejagd im neuen Jahr auf; nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Holzwickede und gleichauf mit Erndtebrück, lediglich getrennt durch das Torverhältnis. Hier weisen die Bördestädter mit 24:21 ein knapp positives Konto auf. „Wir haben häufig erst in der Nachspielzeit das entscheidende Tor gemacht“, erläutert Trainer Hamel. Was für die Nervenstärke seiner Schützlinge spricht.

„Wir sind eine gewachsene Einheit“, weiß der Coach, dass der Erfolg nach dem Durchmarsch aus der Bezirksliga über die Landesliga bis in die Westfalenliga nicht von ungefähr kommt. Viele der Spieler haben Soester Stallgeruch, haben schon die Jugendzeit beim SVW verbracht. Und: „Wir arbeiten in einem ruhigen Umfeld, vertrauen uns einander und zerfleischen uns nicht bei aller Selbstkritik!“ Daher gehen die Bördestädter ohne jeglichen Druck ins neue Fußballjahr, wissen um die hohen Hürden gleich zu Beginn. Lünen wurde in der Hinrunde knapp mit 2:1 bezwungen, hat aber aufgerüstet. In Obersprockhövel setzte es eine 0:2-Niederlage. „Wir müssen weiter in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen“, weiß Dustin Hamel um die großen Herausforderungen.

Umso konzentrierter geht seine Elf zu Werke im Training unter Hamel und dessen Co-Trainern Jannik Schürhoff und Rene Diasonama sowie Torwarttrainer Martin Engel. Es sind fast alle Mann an Bord, nur die verletzten Mic Degner und Niklas Drapacz fallen aus; zudem steht Lukas Brenk nach seiner fünften Gelben Karte in Lünen nicht zur Verfügung. Apropos Brenk: Sein Weggang zum Saisonende ist ein Wermutstropfen für den SVW. „Er ist nicht zu ersetzen“, verdeutlicht Hamel die herausragende Bedeutung des gen Oberense abwandernden Routiniers. Denn jetzt hat die Mannschaft in Bennet Eickhoff nur noch einen Routinier mit über 30 Jahren in seinen Reihen.

Immerhin hat der Verein mit Mittelfeldspieler Sven Nartikoev schon einen Neuzugang präsentiert, hat zudem mit vielen Leistungsträgern schon für die Saison 24/25 verlängert. Sie sollen dazu beitragen, dass sich die Mannschaft in der Westfalenliga weiter etabliert. Denn von einem weiteren Durchmarsch ist keine Rede. „Wir wollen erst einmal 37 Punkte holen“, hält auch Co-Trainer Jannik Schürhoff den Ball flach. „Man muss bedenken, dass 80 Prozent des Kaders vor zwei Jahren noch in der Bezirksliga gespielt haben“, hält auch der bereits seit neun Jahren im Westfalia-Trainerstab agierende „Co“ nichts davon, aus der Elf einen Titelaspiranten zu machen. Dennoch freuen sich auch die Soester Fußballfans, bald wieder Westfalenliga-Fußball im Jahnstadion zu sehen: die nächsten Termine im Soester Fußballkalender sind der 25. Februar gegen Obersprockhövel, der 10. März gegen Schüren und der 24. März gegen Hombruch.

Dirk Wilms

Publiziert am:

28.2.24